Eine Ausbildungsgeschichte.

 

Vel schaute fasziniert zu Ihrem neuen Lehrer an. Bogenschießen war zwar nicht ihre Sache, doch der Lehrer hieß Fendor!! Unter den Anwärtern kursierten die unglaublichsten Gerüchte über diesen Mann. Mal hieß es, er hätte seine magischen Kräfte von Bär direkt bekommen, andere sagten, dass ein Dämon in ihm wohnen müsse. Seine Augen waren ihr auf jeden Fall unheimlich. Bratok behauptete steif und fest, er hätte eine unheimliche Tätowierung mal bei Fendor gesehen. Aber Bratok neigte auch zur Übertreibung. Wahrscheinlich war es nur die unter Kriegern übliche Tatze.

Sie betrachtete Ihre Mitschüler. Alle waren zwischen 15-16 Jahre alt und befanden sich in der Ausbildung zu einem Krieger des Bärenclans. Die meisten mochte sie, außer Bratok, den stämmigen Jungen fand sie widerlich.

„Junge Dame, langweile ich sie mit meinen Ausführungen?
Fendor stand direkt vor Ihr. Vel starrte in diese merkwürdigen Augen.
 „Äh...
 „Wie wäre es, wenn du dir nun den Bogen nimmst und uns deine Treffsicherheit vorführst! 
Sie errötete leicht, doch nun kam sie aus dieser Situation nicht mehr heraus. Sie nahm ihren Bogen und legte auf das Ziel an. Während sie zielte, sah sie kurz aus dem Augenwinkel wie Bratok hämisch grinste. Sie konnte ihn nicht ausstehen. Dadurch abgelenkt, flog der Pfeil ziemlich weit von der Zielscheibe vorbei.
„ Nun, dachte ich es mir doch! sagte Fendor. „Vielleicht lohnt sich zuhören, ja doch!
Das konnte sie jetzt nicht auf sich beruhen lassen. Ihren schwarzen Haarzopf, warf sie mit einer Kopfbewegung nach hinten und nahm erneut einen Pfeil aus dem Köcher, legte an, zielte und..... Ja, mitten in aufgemalte Drakfresse.
Fendor grinste.
„Hmmm, gar nicht so schlecht. Den Arm beim nächsten Mal, gerader halten, aber, gar nicht so schlecht. So abschließend übt jeder, bis er zwanzig Mal die Scheibe getroffen hat

Die jungen Bärenkriegeranwärter, auch Brölles genannt, gingen gemeinsam zur nächsten Unterrichtseinheit, nicht ohne miteinander zu diskutieren, was es wohl mit den Augen von Fendor auf sich habe.
„Er ist bestimmt besessen! meinte Bratok, worauf Kelia erwiderte: „ Er kann bestimmt, mit diesen Augen bis in die Tiefe deiner Seele sehen.
Vel kümmerte sich nicht um die Gerüchte, es war eines Kriegers nicht würdig, zu tratschen. Außerdem glaubten anscheinend die Alten, dass es etwas Gutes hatte mit Fendor. Somit beließ sie es dabei.

Der nächste Lehrer war Koderon. Ein wahrer Krieger von bäriger Gestalt , nie sah einer der Anwärter ihn ohne seine schwarze Rüstung.  Seine Ausbildung war gefürchtet, er lobte selten und schimpfte umso mehr. Koderon nannte den Unterricht: -Überlebenstraining- und war eine Zusammenfassung aller Dinge die ein Bärenkrieger können muss, somit wusste man nie, was als nächstes kommt.

Alle sammelten sich in der Mitte des Trainingslagers. Koderon war schon anwesend und schaute wie immer griesgrämig rein. Nach dem er alle eingehend gemustert hatte, verkündete er:
Heute üben wir, wie eine Bäreneinheit vernünftig funktioniert. Ich will alle in 10 Minuten voll aufgerödelt hier sehen. Die Aufgabe: Erkundungstrupp zum großen Feld. Bratok, du übernimmst dä Fuss! Erkläre!
„Dä Fuss übernimmt die sofortige Befehlsgewalt über die Truppe sobald ein Angriff stattfindet oder bevorsteht!.
„Veliane! Du bist dä Ahl! Erkläre!

Vel zuckte zusammen, sie mochte es nicht mit Ihrem ganzen Namen angesprochen zu werden.
„Dä Ahl hat die komplette Befehlsgewalt über die Truppe, Er ist Ansprechpartner für Fremde und entscheidet,
ob die Krieger in den Kampf ziehen.
 „Gut, dann los, in 10 Minuten zum Feld, ich werde Euch unterwegs beobachten.


Alle Jungen und Mädchen liefen zum Gemeinschaftshaus, um sich in Kampfmontur zu werfen.  Nach zehn Minuten fanden sich wieder alle ein. Bratok schien vor Stolz zu platzen, dass er der Fuss war und teilte alle prahlerisch ein.
 „Kelia, Iron ihr übernehmt die Nachhut, Farso, Lik ihr bildet die erste Reihe. Der Rest in Zweierreihe. Rafa!
Bratok grinste einen kleineren und etwas dicklichen Jungen an.
„Du bist unser Schäl!
Auch wenn Vel, Rafa nicht so sehr mochte, diese Entscheidung war idiotisch.
„Bratok, Rafa ist ungeeignet für die Aufgabe, nimm Rasul oder Gera dafür.
„Liebste Veliane, soweit ich es verstanden habe, bin ich der Fuss und somit alleinig für die Aufteilung zuständig!
Ich bleibe bei der Entscheidung!
Vel war sich nicht sicher, ob sie seine Entscheidung anfechten konnte, es gab zwar noch die Kreis-Möglichkeit, aber Bratok würde gewinnen.
„Nun, wenn du meinst, aber er ist und bleibt ungeeignet.
Der Junge überhörte Ihren Einwand und wandte sich stattdessen an die anderen.
 „Also gut, dann auf!

Das große Feld war circa zehn Kilometer entfernt. Das hieß müde Beine heute Abend, Geordnet verließen sie Kirberg. Da jeder wusste, dass Koderon und eventuell einige andere Lehrer sie beobachteten, bemühten sich alle die Formation einzuhalten. Jeder hielt Ausschau und beobachtete die Umgebung. Bratok gab permanent unnötige Befehle. Jeder erfüllte aus Ihrer Sicht seine Aufgabe. Selbst Raf lief die ganze Zeit, keuchte zwar immer mehr, wenn er wieder mal Bericht erstattet, dennoch lies er sich nichts anmerken. Die Wegstrecke war zwar lang, dennoch kamen sie gut vorwärts. Endlich kamen sie dem großen Feld näher, es würde nicht mehr sehr lange dauern. Raf kam  angerannt.
 „Vorne bei der Biegung. Ein Fremder Bratok schaute Raf an.
 „Sicher? Nur blaues Band?
 „Ja es ist, Fionur, mit nem blauen Band.
„Hat er dich gesehen?
 „Weiß nich, kann sein.

Bratok schüttelte mit seinem Kopf und deutete damit an, dass er das wohl besser gemacht hätte.
„Truppe, Angriffsformation!
Jetzt wurde es doch zuviel für Vel.
 „Quatsch! Befehl rückgängig. Zwei in die Wälder, der Schäl vorneweg. Der Rest rührt seine Waffen nicht an ist jedoch vorsichtig!
Farso und Lik stürmten in den Wald, noch bevor Bratok was sagen konnte. Bratoks Augen funkelten böse. Doch er sagte nichts. Die kleine Truppe ging nun weiter. An der Biegung angekommen sahen sie auch schon Fionur, einen etwas älteren Bärenkrieger, er trug das besagte blaue Band, nun dieses hieß er spielt einen nichtzuzuordnenden Fremden. Bratok rief laut:
 „Heho Fremder, wohin des Weges?.
Vel schüttelte mit dem Kopf und ging auf den „Fremden -an Bratok vorbei-, zu.
 „Ich grüße dich, mein Name ist Veliane vom Bärenclan. Willkommen in Kirberg.
Was führt dich in unser schönes Land?
 „Ich.....
der Mann sank zu Boden. „
Verletzt.....Räuber!
 

Mit diesem Satz legte der Krieger sich auf den Boden. Er deutet noch kurz auf seinen Brustkasten, dort sollte wohl die Wunde sein. Bratok schrie sofort:
„Alle in Angriffsformation!!
Vel kniete sich nieder:
 „Sprich, wie stark ist deine Verletzung, wie viele haben dich überfallen? Fionor grinste ein wenig hämisch:
„Oh starke Wunde, werde übrigens gleich ohnmächtig und keine Ahnung!.
Bärenscheiße dachte Vel, nun mussten sie den kräftigen Krieger auch noch schleppen.
An Rasul gerichtet, sagte sie:
 „Schwere Wunde an der Brust, versorge ihn. Gera! „ja, ja ich weiß schon, Trage bauen.
Bratok brüllte die ganze Zeit alle möglichen Befehle:
„Schildreihe! Dreierformation um den Mann und noch vieles mehr.
Nachdem die Trage fertig war, verkündete er:
 „Zurück nach Kirberg!
 Irgendwie waren sich Vel und Bratok nie einig. Sie musste noch einmal widersprechen.
„Bratok, dieser Mann könnte auf dem Rückweg sterben, das große Feld ist keine fünf Minuten entfernt, dort bei der Hütte könnten wir uns sogar verschanzen.
„Hör zu Vel! Bratok zischte „Ich bin dä Fuss und ich sage es geht zurück.
 „Denk nach, wir haben den Befehl zum großen Feld zu gehen, wir schicken den Schäö zurück nach Kirberg
und gehen weiter!
„Wir befinden uns kurz vor einem Kampf, also hab ich das sagen!
Gera mischte sich ein.
 „Vel hat Recht, wir können noch nicht einmal Bericht erstatten, wie viele Räuber hier sind.

Die anderen Jungs und Mädchen gesellten sich um die Trage. Jeder brachte einen Einwand gegen die eine oder andere Richtung ein. Selbst Farso und Lik kamen aus ihrem Waldversteck. Alle stritten nun darum, was zu tun sei, als plötzlich ein Pfeil in Lik´s Schild steckte. Ab jetzt ging es drunter und drüber, von allen Seiten kamen bekannte Gesichter aus Kirberg aus dem Wald gerannt. Alle mit einem schwarzen Band um den Arm.
Das Zeichen für Räuber. Jeder mit Knüppeln ausgerüstet. Bratok schrie:
„Wir werden angegriffen! doch dann ging der Kampf auch schon los. Vel schaute Gera an. „Du beschützt den Mann, ich beschütze dich. Wir bleiben zusammen!
Gera nickte und zog Ihr Schwert. Nun ging alles ziemlich schnell, nach und nach bekamen alle irgendwie einen Schlag auf den Kopf ab und wurden ohnmächtig. Gera, Vel und Rasu standen noch als letztes und verteidigten sich mit größter Mühe. Doch auch sie hatten letztendlich keine Chance gegen die Erwachsenen Krieger. Auch sie sanken zu Boden.  

Vel wachte mitten in einem Fluss auf, sie und alle anderen waren anscheinend zum Fluss bei dem großen Feld getragen worden und reingeworfen worden. Wie begossene Hunde, stampften alle aus dem Bach heraus. Koderon saß mit den anderen Bärenkriegern um ein kleines Feuer. Es waren einige Mentoren dabei, auch ihr eigener Ranik und sie wusste, dass jetzt ein ziemlich fürchterlicher Zusammenschieß folgen würde.


Böse rief auch schon Koderon: „Vel, Bratok zu mir!
Beide gingen vorsichtig in Richtung des sehr grimmig aussehenden Kriegers.
„Bericht!
 Vel schaute Bratok an, es hatte ein Angriff stattgefunden, also war er dran. Doch der Junge blieb stumm.
„Und? Ich warte...
Nun es blieb ihr nicht übrig.
„Erkundungstrupp entdeckte einen verletzen Fremden und wurde dann von circa...
Vel schaute sich kurz mit Ihren Augen um. „von circa acht Räubern überfallen.
 Koderon der immer noch saß, schaute sich die beiden interessiert an. Mit leiser Stimme fing er an zu reden.
„Würdet Ihr beiden mir bitte auch mal erklären, seine Stimme wurde lauter:
Warum eure gesamte Einheit aufgerieben wurde!?
Bratok meinte kleinlaut:
„Wir wurden überrascht und niemand hörte auf mich!
Na prima dachte Vel, jetzt bin ich es gleich Schuld. Koderon stöhnte.
„So, so überrascht? Du warst der Fuss! Ein Fuss läst sich nicht überraschen!!!.
Vel atmete leicht auf.
„Und der Ahl lässt sich nicht in unnötige Diskussionen ein!
Koderon würde sie bestimmt gleich in der Luft zerreisen.
 „Also, von Euch beiden, will ich eine schriftliche Analyse der ganzen Situation, dabei auch die Erarbeitung wie es hätte richtig ablaufen sollen. Und nun geht mir aus den Augen. 

Auf dem Rückweg waren die Bröllese ziemlich still. Die jeweiligen Ühms griffen sich einzeln ihre Schüler und es hagelte zwischendurch immer wieder Beschimpfungen und Kopfnüsse. Ranik rief sie zu sich. Jetzt auch noch eine Belehrung von Ihrem Mentor, das war heute einfach nicht ihr Tag.
 „Vel.
 „Ich weiß schon, alles falsch gelaufen. Als Ahl total versagt.
Ranik stutzte.
 „Äh nein, das wollte ich eigentlich nicht sagen. Habe deine Streiterei mit Bratok mitbekommen. Du hast am Anfang dich gut und richtig durchgesetzt, später lief es nur nicht so gut.
„Wir konnten uns einfach nicht einigen, welchen Weg wir gehen sollen!
 „Kind!
Ranik nahm einen väterlichen Tod an.
 „Fuss und Ahl müssen sich streiten, das liegt in der jeweiligen Natur. Jeder muss anders denken,
aber zum Wohl des Clans!

Vel überlegte.
 „Aber welcher Weg war den nun der richtige?
 „Du verstehst es immer noch nicht. Es gab keinen richtigen Weg. Der Clan handelt. Als eine Einheit. Es spielte keine Rolle, wofür Ihr euch entscheidet. Euer Streit sorgte dafür, dass niemand auf seinen Posten war. Abgelenkt konnte Bratok, die Truppe nicht in Formation bringen. Deswegen habt ihr verloren.
Der Mentor und seine Schülerin gingen noch eine Weile schweigen nehmen einander.
„Übrigens, Gera und Rafa haben bei diesem Test ziemlich gut abgeschnitten.
Vel machte ein erstauntes Gesicht.
 „Gera hat dich und den Fremden bis zum Schluss verteidigt und Rafa schlich sich nach einiger Zeit von hinten an und erledigte sogar einen von uns! Merk dir die beiden falls du noch mal Ahl oder Fuss bist. Geh, denk drüber nach und schick Roan zu mir.

Endlich in Kirberg angekommen, ging es wieder zum Übungsfeld. Alle waren ziemlich fertig von dem Marsch.
Koderon ließ sie in der Mitte des Platzes stehen.
„Also, das heute war ja der größte     ... er verstieg sich in eine Fluchtirade.
Koderon blickte sich plötzlich um und schaute einen graumelierten Mann an.
„Jade! Sie dir diesen erbärmlichen Haufen von Kriegeranwärtern an. Die sind noch nicht einmal einen Tag auf den Beinen und wollen jetzt schon schlapp machen!
„Scheint an Ihrem Ausbilder zu liegen, wer ist es doch gleich? Ach ja das bist ja du!

Koderon sah Jade in die Augen.
„Alter Mann, meine Jungs nehmen es alle mal mit dir auf!
Koderon drehte sich wieder zu den Jungen und Mädchen um.
„Habt Ihr das gehört! Eine Forderung! Tanja, Kill, Bratok, Vel Ihr werdet jetzt die Ehre dieses Haufen verteidigen! Der Rest bildet einen Kreis!
Während der Alte seinen Schwertgurt abnahm, bildeten alle einen Kreis. Vel überlegte kurz: Jadawin war häufig der Ahl des Clans und er war alt. Sie könnten es wohl schaffen. Nachdem der Kreis gebildet war, gingen die vier Anwärter angespannt hinein. Jade kam gemütlich auf die vier zu. Er schaute ziemlich friedlich rein und ging auf Kill zu. Ehe dieser sich versah, lag er auch schon mit einem Kinnhacken ausgestreckt auf dem Boden.
Koderon schrie:
„Ihr Idioten, wenn der Kreis geschlossen ist, beginnt der Kampf mit Eintritt des letzten Kämpfers
 und jetzt kämpft!!!!!!
 Die übriggebliebenen stürmten auf Jade zu. Tanja die irgendwie schneller war, wurde von dem Alten gepackt und mit den Kopf auf den Boden gedonnert. Nun stand der Mann mit dem Rücken zu Ihr. Das war ihre Chance!. Vel beschleunigte. Das letzte was sie sah, war ein Ellbogen.

Vel wachte auf. Neben Ihr stand Koderon und verkündete unheilvoll:
Bärenschei...., das war jämmerlich! Ich will euch vollaufgerüstet zur Abendstunde hier sehen:
Wald und Nachtübung!!

 Koderon gab noch einige Anweisungen. Bratok hatte es anscheinend arg erwischt, er blutete aus der Nase.
„... und jetzt verschwindet, geht mir aus den Augen. 
Der Krieger drehte sich zu Jadawin um, während alle anderen zu ihren Unterbringungen tobten.

Nun hatte sie circa zwei Stunden Zeit, Vel überlegte kurz. Ihre Sachen standen bereit für eine Nachtaktion, somit konnte sie sich noch eine Runde auf´s Ohr legen. Es war unwahrscheinlich, dass sie in dieser Nacht Schlaf bekam. Vel ging zum Gemeinschaftraum, Gera ging neben Ihr.
„Ich will mich schlafen legen, weckst du mich später? Gera nickte. „Is jut, dun isch.

Vel wachte durch den Lärm in Gemeinschaftsraum von alleine auf. Sie hatte nicht lang geschlafen, dennoch fühlte sie sich ausgeruht. Vel hörte Kill fluchen:
 Pappnas... Sackjesich.
 Jedes Mal wenn Kill sich ärgerte, fluchte im Kirbergeraktzent und sein Repoirtoir an Flüchen, reichte schon an Koderon ran. Gera öffnete die Tür, als sie Vel sah, grinste sie breit.
„Nun du bist schon wach, hilfst du mir beim packen? „Klar!
Während beide ihre Zusammenstellung prüften, hörten sie die ganze Zeit Kill zu.
 „Hundsfott, dat nächste Mol, meld isch misch, dem ahl Büggel, zeije isch dann, wat mir künne.
Langsam wurde es Zeit. Gera und Vel nahmen ihre Sachen und gingen zum Übungsplatz.



Einige andere waren schon da, auch Bratok. Die Schwellung um die Nase war ziemlich heftig. Er diskutierte mit einigen der anderen Anwärter.
„Ich hätte Jadawin erwischt, aber der kämpft unfair.
Koderon näherte sich dem Platz. Er sah kurz zum Sonnenstand und bemerkte offensichtlich Bratok und Vel,
 er ging auf sie zu.
„Bratok! Vel! Zu mir!
Die angehenden Krieger flitzen zu Koderon.
„ Also, nach einigen Diskussionen, sind wir zu dem Schluss gekommen, dass ihr beide für die bevorstehende Aufgabe, weiterhin in euren Positionen bleibt. Ich gehe davon aus, dass ihr etwas gelernt habt!
eine kleine Pause entstand.
„Nun.... , eurer Auftrag lautet: Erkundet, dass Gebiet rundum den Blecher Hof nach Orkaktivitäten! Dies ist keine Übung!
wieder entstand eine Pause.
„Wir haben erfahren, dass dort in der Gegend Orks gesehen wurden. Dell ist schon voraus. Er wird euch Markierungen setzen über gesicherte und ungesicherte Gebiete. Also.... „
Koderon überlegte kurz:
 „ Erstens,  begebt euch zum Blecher Hof. Zweitens, überprüft die ungesicherten Gebiete nach Orkspuren. Drittens, lagert unauffällig in der Nähe vom Hof. Dort wird irgendwann Dell zu Euch stoßen und das Kommando übernehmen. Noch Fragen?

Vels Gedanken überstürzten sich, ihr erster richtiger Auftrag! Sie konnte es gar nicht fassen, auch Bratok schien zu staunen. Beide Anwärter sprachen plötzlich wie im Chor:
„Und was ist, wenn wir die Orks finden? Koderon grunzte.
„DANN... beobachtet ihr sie unauffällig und wartet bis Dell dazu kommt. Wir wissen noch nicht, ob es Plünderer oder nur welche sind, die sich verlaufen haben. Also, keinen Kontakt!! Das werdet Ihr ja wohl hinbekommen, oder?
Beide nickten zum Einverständnis.
„So, ich werde mich jetzt verabschieden, teilt eure Gruppe ein und zieht los.

Vel und Bratok warteten auf den Rest.
„Bratok, wie wäre es, wenn wir die Gruppenbesprechung vor den Toren von Kirberg abhalten? Losziehen, sieht vielleicht besser aus.
Der Junge kräuselte die Stirn, wobei er schmerzhaft das Gesicht verzog.
 „Hmmm, gute Idee. Ich übernehme das.
Das erstaunte sie nun, eigentlich hatte sie sich auf einen Widerspruch eingestellt. Bratok rief auch schon.
„Wir haben einen Auftrag, Aufstellung wie heute morgen, wir ziehen los!
So zogen sie den geordnet durch die Stadt. Hinter den Toren von Kirberg, rief Bratok auch schon.
„Versammlung
Mittlerweile hatte sich es schon durch die Anwärter herumgesprochen. Alle plapperten durcheinander, als Gera laut
„Ruhe! ausstieß. „Vielleicht sollten Bratok oder Vel uns erst mal den ganzen Auftrag mitteilen!
Wieder verblüffte Bratok, er nickte Vel einfach nur zu. Was war nur los mit ihm, er nutzte doch sonst jede Gelegenheit, um sich in den Mittelpunkt zu stellen. Sie berichtete von dem Auftrag. Das Erstaunen in der Gruppe war groß, sie hatten einen richtigen Auftrag! Nachdem sie beendete hatte, übernahm Bratok. Mit nasaler Stimme teilte er die Gruppe neu ein und diese Aufteilung war richtig gut! So zogen die jungen Bären Richtung Blecher Hof.

Die erste Stunde des Weges verlief ziemlich ruhig und Bratok brüllte auch keine Befehle. Mittlerweile ließ sie der Wandel von dem Jungen keine Ruhe mehr. Bratok ging ein Stück, alleine vorneweg. Sie musste mit ihm sprechen und beschleunigte ihren Gang.
„Bratok! Warte!
Der Angesprochene drehte sich kurz um, verlangsamte dennoch nicht seinen Schritt. Sie kam auf gleiche Höhe mit ihm.
„Was ist mit dir los? Du bist seit heute Mittag so anders? Du streitest noch nicht einmal mit mir! Die Besprechung eben, lief richtig gut
Bratok brummte nur. Vel wartete. Der Junge holte kurz tief Luft.
„Hatte nen Gespräch mit Kode.
 Jetzt wusste sie was geschehen war. Koderon war Bratok´s Mentor und dieser nahm seine Schützlinge besonders hart ran.
„Meinte, wenn ich so weitermache, ende ich noch als ein Kiro!
Das war nun eine wirklich schlimme Drohung. Unter den Anwärtern hieß dieses, dass man kurz davor stand durch die Prüfungen zu rasseln. Wieder gingen beide stumm nebeneinander her.
„Wenn ich diesen Auftrag vermassele, sorgt Kode dafür das ich durchfalle.
Der Junge sah fürchterlich elend aus. Veliane bedauerte ihn glatt. Sie hatte das Gefühl, ihn aufmuntern zu müssen.
 „Niemand fällt von uns durch! Auch du nicht! Wir sind Bären! Also schaffen wir das!
leicht gequält lächelte Bratok.
„Danke Vel, du bist in Ordnung, aber lass mich noch einen Moment alleine, wird schon wieder.
Erstaunt stellte sie fest, dass Bratok zum ersten Mal etwas positives über sie sagte. Sie überlegt kurz, ob sie etwas erwidern sollte, doch Koderons Schüler hatte schon einen schnelleren Gang eingelegt.

Langsam wurde es dunkel und sie entdeckten die ersten Markierungen von Dell. Es war gesichertes Gebiet. Bratok schickte trotzdem zwei Leute los, um sich die Umgebung anzusehen. Nachdem Lik und Farso die Gegend kontrolliert hatten, zog die Gruppe weiter. Langsam wurde die Anspannung immer spürbarer. Die nächste Markierung zeigte wieder, dass Dell hier nichts gefunden hatte. Lik und Farso  liefen dennoch sofort los. Die Nacht war schon lange eingebrochen. Sie waren nun ganz in der Nähe vom Hof und suchten sich eine Ruhestelle. Ein Zeichen an einem Baum, wies auf dass ihre Vorhut, auch hier schon war und die Gegend sicher war. Ein kleines Lager wurde aufgebaut. Bratok teilte die Nachtwachen ein und schickte noch zwei Sicherungsposten um das Lager.

Alle außer die Wachposten legten sich schlafen. Eine der Hunderten von Regeln hieß schließlich, Schlaf wenn du schlaf bekommst, sonst schläfst du für ewig. Vel döste vor sich hin, als plötzlich eine Gestalt vor ihr stand und ihr den Mund zu hielt.
„Psst.. ich bin´s Dell

Sie hatte schon von Dells Fähigkeiten gehört, dennoch ärgerte sie sich, dass er es geschafft hatte sich ins Lager zu schleichen. Der Krieger flüsterte weiter.
„Gutes Lager... hol mir euren Fuss her, will ich was mitteilen.
Sie stand auf und schlich zu Bratok. Im Mondschein sah das Weiße seiner Augen, gut er war wach. Leise sprach sie. Bratok..
„Dell ist hier! Komm mal her!
Bratok stutzte. „wie.. „
 „Ist doch jetzt egal, er ist hier und nun komm.
Leise gingen die beiden zu Dell.
 „Also ihr beiden, das Lager ist nicht in unmittelbarer Gefahr. Die Orks sind eine gute Stunde von hier entfernt. Es handelt sich um eine kleine Gruppe. Fünf , ach nee nur noch vier!
Dell grinste ziemlich breit, beide wussten was das bedeutete. Dell war dafür bekannt, dass er Dinge gern alleine in die Hand nahm.
„Wahrscheinlich merken sie es erst im Morgengrauen. Denke mir, dass die ganz schön stinkig werden. Bratok unterbrach Dell
„Sollen wir jemand nach Kirberg schicken?
Nun überlegte der Erwachsene.
 „Ja, das wäre besser. Könnte verdammt gefährlich werden für Euch. Schick jemanden zurück. Er soll Bericht erstatten und setzt das Lager in Alarmbereitschaft. Ich werde versuchen mich um die restlichen zu kümmern.
Vel setzte an etwas zu erwidern. Doch verstummte, der Krieger wusste was er tat.
„Gut, wir sehen uns spätestens im Morgengrauen wieder, bis dahin seit ihr still. Ach Fuss, hinter der großen Buche, stellt dort noch jemanden auf, ist ne riesige Lücke.
Dell stand auf und verschwand ebenso lautlos, wie er gekommen war.

Vel und Bratok weckten alle und erläuterten die Situation. Kelia wurde beauftragt nach Kirberg zu laufen, sie war die schnellste. Alle waren bis zum Äußersten gespannt. Niemand hatte wirklich Angst, dennoch spürte jeder die Potenzielle Gefahr. Kill fluchte leise vor sich hin.
„Die dumm Funz, hetzt uns die Orks auf´en Hals. Nee... wat ne dumm Sau.
Die Nacht verlief ruhig. Zwar reagierte jeder auf herabfallende Blätter und Zweige, doch von Orks war nichts merken.

Die ersten Sonnenstrahlen drangen durch den Wald. Alle hörten gleichzeitig ein kräftiges Gebrüll von Osten her. Es klang eindeutig nicht menschlich. Genau zu diesem Moment, erschien Tanja, ziemlich außer Atem.
„Drei  Orks!!! Ziemlich sauer!! Genau auf den Weg hierhin. Circa 10 Min!
„Wie sieht ihre Bewaffnung aus? fragte Iron.
„Nur Schwerter, aber ziemlich große!!
 Der Fuss übernahm
„Gut, wir sind elf Bären, kämpfen wir oder nicht? dabei sah er Vel an.

Sie war hier der Ahl, sie bestimmte, ob gekämpft wurde oder nicht. Ihre Gedanken überschlugen sich. Was war nun zu Tun? Irgendwo hier war auch noch Dell, vielleicht war er aber auch Tod. Kämpfen oder Rückzug? Bratok schien ihre Hilflosigkeit zu erkennen. Plötzlich sagte er
Komm mit! und deutete auf eine leere Stelle im Wald. „Ihr anderen verteilt Euch erst mal im Wald. Augenkontakt!
Als sie alleine waren, fing Bratok an:
„DRAKSCHEISSE, was nun?
 etwas verzweifelt erwiderte sie:
 „Die Anweisungen widersprechen sich. Kode hat gesagt, keine Kontakt, Dell hat gesagt wir sollen hier warten.
Sie schüttelte mit dem Kopf. Brats Miene verfinsterte sich, als er sprach:
„Du weißt ich bin für den Kampf, die können wir schaffen! Vel wollte widersprechen, doch ihr fielen Raniks Worte ein. Fuss und Ahl ergänzen sich.
„Hast du einen Plan?
 „Yep! grunzte der Junge. „Zweierteams versteckt hier ums Lager.  Sollten wir entdeckt werden,  koordiniere ich die Angriffe und du achtest ein wenig auf mich.
Vel überlegte. Damit erfüllten sie beide Anweisungen. 
„Ja, so machen wir es. Ihr Stimme wurde selbstbewusster:
 „Wenn wir kämpfen müssen, werden wir kämpfen Etwas leiser sprach sie die Übergabeformel:
„Is jut Fuss, pass up dat mir uns wider sinn
worauf Bratok erwiderte:
„Dun isch! Beide gingen mit schnellen Schritten zu den restlichen. Bratok bestimmte die Zweierteams und verteilte sie um das Lager und gab die Anweisungen.
„Jeweils eine Gruppe auf einen Ork! Gruppe 1, nimmt den ersten Ork von rechts, der weitere Ablauf ist bekannt. „Nach mir sind Fuss. Gera, Lik und Rafa.
Jetzt schluckten alle. Bratok´s letzten Worte hatten alle klar gemacht, wie ernst es wurde.
„So, um es noch mal klar zu machen, sollten wir entdeckt werden, wird unabhängig von mir der Angriffsbefehl gebrüllt. Und jetzt verteilt euch!

Alle Mädchen und Jungen gingen auf Ihre Positionen und versteckten sich. Nun hörten sie aus der Ferne auch schon die Orks. Diese Wesen machten einen Heidenradau. Sie kamen offensichtlich direkt auf sie zu. Vel sah zu Gera rüber, diese hatte sich in eine Kuhle unter einem Baum versteckt und sah ziemlich angriffslustig aus. Die Orks kamen näher, durch die Blätter konnte sie schon zwei erkennen. Der dritte trug anscheinend einen Kameraden. Soweit sie es erkennen konnte, blutete dieser. Jetzt kamen sie immer näher. Die zwei die vorneweg gingen, fuchtelten mit ihren Schwerter herum und zerstörten einfach nur das Blattweg. Ihr unverständliches Geschrei, machte die Anspannung fast unerträglich. Gerade als die Orks in mitten zwischen den Bärenanwärtern sich befanden, stoppte einer und hob das Gesicht. Er schnüffelte, irgendwie! Bratok reagierte sofort:
Tamar! Jetzt!

Alle rannten aus ihren Verstecken, plötzlich sah sie auch Dell, dieser rannte auf den Ork zu der seinen Kameraden trug und schlitze ihm die Kehle von hinten auf. Bratok brüllte sofort Gruppe 3! Ork Eins und zwei! Lik und Farso trennten sich und liefen zu ihren kämpfenden Kameraden. Sie selbst wollte dem am Boden liegenden den Garaus machen. Dieser versuchte aufzustehen und hatte einen hässlichen Dolch in Händen. Sie wich dem Stoß aus und schon hatte Iron ihm das Schwert in die Seite gerammt. Der Ork brüllte und drehte sich um. Nun war es Tanja die ihm einen Schwertstreich verpasste. Das Wesen fuchtelte unkontrolliert mit dem Dolch und erwischte Vel am Arm. Sie schrie auf, und zog damit die Aufmerksamkeit auf sich. Die Augen des Orks blitzen böse. Er zischte.
„Stirb Menschlein...
 und ging auf sie zu. Bratok sah Vels Bedrängnis,, ohne zu überlegen beschleunigte er und lief mit seinem Schwert genau in den Ork hinein. Dieser schaute verblüfft auf das nun in seinem Körper steckende Schwert, und brach dann vornüber zusammen. Genau auf seinen Angreifer. Vel schaute sich um, wo war der nächste Gegner?

Doch es war vorbei. Alle Orks lagen auf den Boden. Dell brüllte laut.
„Alle besiegt!!! Verteilt euch zur Sicherung!  Wer hat Verbandszeug? Hierhin!
Vel gab die nächsten Anweisungen.
„Schnell Brat liegt unter dem Ork, rollen wir ihn weg!
Sie drehte sich um. Gera lag auch auf dem Boden, eine hässliche Wunde zeigte sich über den gesamten Oberkörper. Ein Schlag hatte anscheinend Ihre Rüstung zerfetzt. Dell kniete neben ihr und löste mit einem Dolch schnell die Rüstung vom Leib. Sie sah eine tiefe Wunde, Dell arbeitete immer schneller. Seine Augen hatten einen sehr traurigen Blick.
„Sie lebt doch noch, oder?
Vel schluckte hart. Dell drehte sich zu Ihr um.
„Ja, aber es sieht nicht...

Ein Pfiff durchtönte den Wald. Bären nahten. Ehe sich Vel versah, war schon eine ganze Meute von Bärenkriegern mit gezogenen Schwertern um die ganze Gruppe. Sie verteilten sich proffesionell und jeder schien einer Aufgabe zu Folgen. Dell erblickte Fendor.
„Hierhin Fendor, schnell!!.
Er kam angelaufen und kniete sich direkt vor Gera. Er nickte mit den Kopf und versank in eine Art Trance. Langsam fingen die ersten an zu Lachen, der Bärentrank machte die Runde. Fendor murmelte einige Sachen und legte behutsam, seine Hand auf Gera. Schweiß lief ihm über die Stirn.
„Bitte Bär, Hilf!
Die Augen der Verletzten flatterten kurz. Der Bärenschamane schüttelte mit dem Kopf:
„Ich hab´ alles getan, doch den Rest wird sie erst mal alleine schaffen müssen. Ich weiß nicht, ob meine Kraft ausgereicht hat.

Rasul  kam Lachend auf Sie zu. Er hatte eine Schnittwunde am rechten Arm und schien sich prächtig zu amüsieren, prustend sah er sie an.
„Oh Wow, sie mein Arm, fast kaputt und doch wieder ganz!
 Das war jetzt zuviel für die angehende Kriegerin, sie vergaß, dass Rasul unter dem Einfluss des Trankes stand. Wütend verpasste sie ihm einen Backpfeife und schrie:
„Sie dir Gera an!
Der Junge stürzte grinsend nach hinten, doch als er auf die am Boden liegende sah, versteinerte sich sein Blick. Er war sofort wieder auf den Beinen und ging zu Fendor und Dell.
„Kann ich..., können wir was tun?


Beide Krieger schüttelten den Kopf. Dell übernahm das Wort:
„Lasst uns eine Trage bauen und zurück nach Kirberg gehen, vielleicht kann ihr dort noch geholfen werden.
So geschah es dann auch. Langsam begab sich die ganze Truppe auf.

Der Rückweg verlief sehr still. Alle Anwärter sorgten sich um Gera und ihr jüngster Erfolg schien vergessen zu sein. Alle schauten sich immer wieder zu der Trage um, sobald ein Stöhnen erklang. Aus dem Augenwinkel nahm Vel plötzlich eine dunkle Gestalt war. Auch Fendor schien sie zu sehen. Sie zog ihr Schwert und rief:
„Dort!
 Alle schauten in die gezeigte Richtung, doch niemand schien zu reagieren. Langsam bewegte sich der Dunkle auf die Sterbende zu. Fendor stellte sich ihm in den Weg und sprach:
„Es ist zu früh sie zu holen!
Doch Gevatter Tod glitt durch Fendor durch. Vel sah wie er sich über Gera beugte und sie berührte. Ein erleichtertes Stöhnen erklang aus ihrem Mund.
„NEIN! schrie Veliane, als sich der Tod umdrehte und langsam wegging.
Sie lief hinter her und versuchte auf diesen Einzuschlagen, doch Ihr Schwert schlug hart auf den Boden ein. Sie versuchte es immer wieder, doch ohne Erfolg. Eine rasende Wut überkam Sie. Dell rannte ihr hinter her. Packte sie kurz von hinten und dann sah sie nur noch Schwärze.

Flatternd öffneten sich ihre Augen. Benommen versuchte sie ihre Umgebung wahrzunehmen. Sie war im Gemeinschaftsraum. Ihr Schädel pochte und neben ihren Bett, saß Jadawin. Sie richtete sich sofort auf und stellte fest, dass sie alleine mit dem alten Mann war.
„Gera???
Jade schüttelte nur den Kopf. Wasser stieg ihr in die Augen. Beide saßen eine Weile schweigend voreinander. Jades Miene verriet keine Regung, er beobachtete nur. Mit trauriger Stimme sagte Vel:
„Ich habe versagt!
 Ihre Augen trafen sich. Sie zuckte ein wenig, als sie auf den harten Blick traf.
„Berichte mir, was geschehen ist.
So begann sie von allem zu erzählen, von ihrem Auftrag, wie Dell dazugekommen ist und wie sie und Bratok beschlossen hatten in den Kampf zu gehen. Danach von der Schlacht und schließlich von Geras Tod. Ihre Stimme stockte bei letzterem. Wieder saßen beide schweigend voreinander.
„Ich werde jede Strafe für meine Fehlentscheidung annehmen!
Der Alte neigte leicht den Kopf, seine steinernde Miene verriet nichts über seine Gedanken. Vel wurde immer unbehaglicher zumute. Endlich ergriff er das Wort.
„Bratok hat mir erzählt, er hätte dich überredet, dass Ihr kämpft, stimmt das?
Vel war nun komplett verwirrt.
„NEIN!
und sich berichtete über ihre Diskussion und wie sie beide das erste Mal eine richtige Einigung gefunden hatten. Kleinlaut endete sie
„Es erschien uns richtig. Ich hätte mehr überlegen müssen.
Jadawin erhob sich und sprach mit einer befehlsgewohnten Stimme 
„Junge Frau! Dies ist nicht das Wesen des Clans!
Seine Augen bohren sich in Ihre.
„Ich habe heute genug blödsinnige Schuldeingeständnisse gehört. Selbst Kelia behauptete, dass sie nicht schnell genug gelaufen sei und sie die Verantwortung trüge. Ihr seid in den Kampf gezogen habt gewonnen und ........ verloren.
seine Stimme wurde bei den letzten Worten eisig, worauf hin Vel zusammenzuckte und den Blick sengte. Jade sprach mit harter Stimme weiter.
 
„Schau mich an, Veliane! Ihr habt als Bärentrupp hervorragend zusammengearbeitet. Alle haben nun die wichtigste Lektion gelernt. 
Er wendete sich langsam zur Tür.
Du mehr als die anderen. Lerne daraus! Kriegerin!
So ließ Jade die junge verwirrte Frau stehen und öffnete die Tür.     

Im Türrahmen lungerte Bratok, der zur Seite sprang , als er Jadawin erblickte .Jade musterte den Jungen und murmelte nur:
„Du kannst jetzt zu Ihr.
 Mit eingefallenen Schultern kam er auf sie zu.
 „Und wie geht´s?
 „Beschissen!
 Brat nickte
„Warst lange ohnmächtig. Jadawin hat sich jeden einzelnen vorgenommen, auch alle Mentoren. Jeder musste ihm erzählen, was passiert war. Danach gingen er, Dell und Kode in den Besprechungsraum. Wir hörten einige laute Flüche, habe am Fenster gespinkst, zwar  kein Wort verstanden, aber es sah fast so aus, als ob Jadawin beide fordern wollte. Alle  verlissen den Raum und trennten sich wortlos. Hab noch nie jemanden so sauer wie Jadawin erlebt. Du hättest seine Augen sehen sollen!!!! Der war drauf und dran jemanden umzubringen. Ich sach´s dir.  Was meinst du, werden wir viel Ärger bekommen?
Resigniert zog sie nur die Schultern hoch.
„Heute Abend wird Gera.. verbrannt, wir sollen alle in voller Montur erscheinen. 


Die Nacht war eingebrochen und eine riesige Gemeinde an Clankriegern und Anwärtern hatte sich auf dem Trainingsplatz versammelt. In Ihrer Mitte, Holzscheite auf deren der Leichnam von Gera lag. Niemand von den Männern und Frauen sprach ein Wort. Jadawin, Koderon und Gera´s Mentor bannten sich eine Weg durch die Menge. Einzelne Fackeln beleuchteten den großen Kreis. Jadawin nickte kurz Koderon zu und beide gingen in die Mitte.
Jade war vollständig in Braun gekleidet und hatte anscheinend als einziger keine Rüstung an.
Kurz sah sie deutlich sein Antlitz. Jetzt wusste Vel was Brat meinte, Jade´s Wut war offensichtlich noch nicht verraucht. Alles an diesem Mann wirkte wie eine Bedrohung. Mit düsterer Stimme begann er.

„Brüder, Schwestern! Wir trauern um Geradine vom Bärenclan. Sie starb im Kampf!
Schwerter wurden auf Schilder geschlagen.
Koderon reichte Jadawin eine Fackel, dieser zündete die Holzscheite an.
Wieder sprach er mit düsterer Stimme.
Wir sind der Bärenclan. Gehe nun zu Bär!
Wieder schlugen die Schwerter. Das Feuer brannte immer heller und alle Anwesenden wurden beleuchtet. Jade wandte sich wieder um.

„Veliane, Bratok, Roan, Killarn, Kellia, Iron, Farsopolus, Likom, Rafal, Rasul,Tanja! Tretet vor!
Alle angesprochenen blickten verwirrt rein. Was würde jetzt kommen. Alle begaben sich vor Jadawin. Das Feuer prasselte und brannte mittlerweile hoch. Die unheimliche Wirkung von dem Alten wurde noch verstärkt.
Clan! In jenem Kampf in der wir eine der unsrigen verloren, haben wir auch etwas gewonnen. Jene die hier vor mir stehen, gingen mutig in den Kampf, verhinderten, dass die marodierenden Orks noch mehr unserer Bevölkerung töteten.
Der Clan begrüßt Euch:
Bärenclankrieger!


Mit einer unglaublichen Lautstärke schlugen die Schwerter auf die Schilde. Alle ehemaligen Anwärter bekamen große Augen. Aus den Reihen, traten die Mentoren vor. Jeder ging auf seine Schützlinge zu und legte das Bärentatzenamulett um ihren Hals. Ranik stand vor ihr und nickte Ihr anerkennend zu. Sie wusste nicht, ob sie lachen oder weinen soll. Eine Träne rollte ihr Gesicht herunter.

Jadawin sprach Koderon an.
„Ist den Ritualien genüge getan?
Jo, dat wor et!
 

Wieder sprach Jade alle an:
Clan Bär! Begrüßt unsere neuen Krieger!
Alle Anwesenden stürmten auf die Jungen und Mädchen zu. Einige wurde mit freundschaftlichen Kinnhaken zu Boden gestreckt. Wobei das Gejohle sehr groß war. Überall gab es Schulterklopfer und hier und dort wurden Beutel mit Bärenfang verteilt. Nachdem sie einige Gratulationen angenommen hatte, suchte Vel nach Brat. Dieser stand vor Koderon. Sie ging auf ihn zu. Auch er erblickte sie und löste sich von den umstehenden. Beide standen voreinander. Er streckte die Hand aus.
Freundschaft!
Sie nahm seine Hand.
Freundschaft!

Ende