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Eine Geschichte aus Kirberg

Jadawin ging gemĂ€chlich durch Kirberg. Es hatte sich viel verĂ€ndert in den letzten 25 Jahren. Das dörfliche war geblieben, doch die Mauern vor der Stadt und die vorgelagerten GrĂ€ben und Palisaden zeigten jedem Fremden schon von außen, dass Krieg und Kampf wohl die AtmosphĂ€re der Stadt bestimmen. Er ging an einigen WaffenhĂ€ndlern vorbei. Jeder von Ihnen pries seine Ware an. Er lĂ€chelte, das Clanwesen hatte auf allen Lebensgebieten Einzug gehalten und alles verĂ€ndert. Die AnsĂ€ssigen HĂ€ndler wussten, dass sie einen fairen Preis fĂŒr Ihre Waffen erhalten wĂŒrden. So wurde den niemals verhandelt, ein Krieger suchte sich die benötigten Teile aus, danach ging der HĂ€ndler zu Meister Drahm, gab die Rechnung ab und wurde bezahlt. Gerade fahrende HĂ€ndler hatten schon ĂŒbelst mitbekommen, was passiert wenn  sie die Preise ĂŒberzogen. Eine Tracht PrĂŒgel und ein Verweis aus der Stadt konnte schnell passieren. Andere erfuhren plötzlich das die Gewerbesteuer so hoch war, dass sich der Verdienst dramatisch reduzierte. Drahm  konnte sehr kreativ in diesen SteuersĂ€tzen sein. Schwertverkaufsabgabe, Gaiasteuer, Zölle auf Eisenwaren die nicht aus Tamar stammen, Strafanzeigen fĂŒr die Nichteinhaltung der NormgrĂ¶ĂŸen fĂŒr Messer und Schilde, die Kirbergerverkaufserlaubnis, gesondert fĂŒr jedes einzelne Produkt und mitunter fĂŒr jeden einzelnen Tag. Meister Drahm war sehr einfallsreich und diente dem Clan auf hervorragender Weise.

Drei Kinder stĂŒrmten an Jade vorbei und verfolgten ein MĂ€dchen. Alle hatten kleine Holzschwerter in der Hand. Drakjagd eines der Lieblingsspiele der Kinder: ein Kind spielte Deondar die anderen waren Draks, letztlich musste der Gejagte versuchen, alle seine Gegner auf den Boden zu werfen, schaffte er es bekam er pro Person einen Punkt, bei allen einen Punkt extra. Meist ging das Spiel mit viel Beulen und Blessuren aus. Die Gejagte lief um eine Ecke, das war es fĂŒr die drei dachte Jadawin und so geschah es auch, der erste fiel ĂŒber ein ausgestrecktes Bein, der zweite stolperte ĂŒber den am Boden liegenden. Der Dritte konnte zwar noch abbremsen, hatte aber mit keinem Angriff der Fortlaufenden gerechnet. Die sprang mit einem Satz auf den verblĂŒfften und auch er lag. Die kleine schwarzhaarige sah auf die Verlierer runter: Und Ihr seid tooooooot! Vier Punkte!! Jadawin kannte sie, es war die Tochter von Decem. Sie hatte hervorragende Anlagen, vielleicht wĂŒrde er mal mit ihrem Vater sprechen, seine Tochter sollte vielleicht noch frĂŒher mit der Kampfausbildung beginnen. Gute Anlagen sollten gefördert werden, gerade jetzt.

Jadawin ging weiter, vor einer Taverne hatte sich ein kleiner Kreis von Personen gebildet, zwei Krieger waren sich am raufen, wĂ€hrend die anderen laut Wetten abschlossen. Nachdem einer von beiden K.O am Boden lag, brĂŒllte der Übriggebliebene: „ und die Katze hatte doch drei Beine! Der Kreis war schon nĂŒtzlich fĂŒr die Krieger, um Ihren Aggressionen freien Lauf zu lassen. Der Kreis war eine Abwandlung eines Ehrenduells, nur ging es selten um Ehre als den hĂ€ufiger darum, dass die Krieger sich einfach nur messen wollten. Der Grund war nebensĂ€chlich.

Jadawin ging zu einem der ÜbungsplĂ€tze, er wollte sich die neuen AnwĂ€rter mal ansehen. Er sah schon Koderon, wie er die jungen Krieger zur Schnecke machte. Alle standen in Reih und Glied und sahen ziemlich unglĂŒcklich und fertig aus. Koderon blickte zu Jadawin.

„ Jade! Sieh dir diesen erbĂ€rmlichen Haufen von KriegeranwĂ€rtern an. Die sind noch nicht einmal einen Tage auf den Beinen und wollen jetzt schon schlapp machen!
„Scheint an Ihrem Ausbilder zu liegen, wer ist es doch gleich? Ach ja das bist ja du!
 Koderon sah Jade direkt in die Augen.
„ Alter Mann, meine Jungs nehmen es alle mal mit dir auf.
Jade nickte unmerklich. Koderon drehte sich wieder zu den Jungen und MĂ€dchen um.
 â€ž Habt Ihr das gehört! Eine Forderung! Tanja, Kill, Bratok, Vel Ihr werdet jetzt die Ehre dieses Haufen verteidigen! Der Rest bildet einen Kreis!
 Jade schnĂŒrte seinen Gurt ab, vier das wĂŒrde anstrengend werden. Aber nun gut. Der Kreis hatte sich gebildet und er ging hinein. Die vier standen ein wenig unschlĂŒssig rum, wĂ€hrend Jade gemĂŒtlich mit einem breiten LĂ€cheln auf einen etwas abseits stehende Jungen zuging. Genauso lĂ€chelnd schlug Jadawin den Jungen direkt aufs Kinn und dieser sackte erstaunt zusammen. Koderon fasste sich mit einem fassungslosen Gesicht an die Stirn, dabei schrie er:
 â€žIhr Idioten! Wenn der Kreis geschlossen ist, beginnt der Kampf mit Eintritt des letzten KĂ€mpfers und jetzt kĂ€mpft!!!!
Die drei brausten los. Jade packte die Erste am Arm, zog sie an sich vorbei, mit der anderen Hand packte er sie am Hinterkopf und donnerte Ihren Kopf auf den Boden. Ohnmacht. Vel, eine brĂŒnette 16-jĂ€hrige versuchte aus JadeÂŽs RĂŒcken anzugreifen, doch leider lief sie genau in den Ellenbogen von Jade. Sie verdrehte kurz die Augen und sank zusammen. Koderon verschloss KopfschĂŒtteln mit beiden HĂ€nden seine Augen. Der Übriggebliebene, er hieß Bratok, ein kleiner aber sehr stĂ€mmiger Junge. Seine Augen glĂ€nzten vor Wut. Er stieß einen Kampfschrei aus und ging in den Angriff.
 -Wie sĂŒĂŸ- dachte Jade.
Auch er brĂŒllte, jedoch mit einer LautstĂ€rke, dass die im Kreis stehenden zusammenzuckten. Bratok versuchte eine Schlag, Jade wich aus und versetzte dem Jungen eine Schlag in die Magengegend, danach mit beiden Armen eine Schlag auf den RĂŒcken und der Junge lag keuchend am Boden. Jade drehte sich in Richtung Koderon.
 â€ž Ich glaub das warÂŽs hier mit den Welpen.!
Bratok hatte sich aber wieder aufgerappelt und lief auf Jade zu. Dieser vollfĂŒhrte eine schnelle Drehung und landete einen Fausttreffer auf die Nase des JĂŒngling. Es knackte laut und Bratok verlor das Bewusstsein. Jade verließ den Kreis.

Koderon ging in die Mitte des Kreises. Unheilvoll verkĂŒndigte er.
 â€ž BĂ€renscheiße..., das war jĂ€mmerlich! Ich will euch alle vollaufgerödelt zur Mittagsstunde hier sehen, Wald und NachtĂŒbung! Brien, pack dir Bratok, bring ihn zum Heiler und jetzt verschwindet, geht mir aus den Augen!
Die Jungs und MĂ€dchen liefen in die verschiedenen Richtungen los. Jade schmunzelte Koderon an:
Wald und NachtĂŒbung? Das stand doch sowieso auf deinen Plan oder?
Koderon griente. Klar, aber spĂ€testens heute Abend, werden sie dich hassen und nicht mich, ich glaube ich lasse das jetzt Dell ĂŒbernehmen. Treffen wir uns spĂ€ter in der Taverne, alter Mann?
 Jade nickte. „Ja, wir mĂŒssen noch einiges bereden. Wir sehen uns spĂ€ter. 
 Der grauhaarige nahm seinen Gurt auf, er wollte noch zum Gaiatempel.
„ Wir sehen uns dann.

 


Jade begab sich durch eine kleine Gasse in Richtung Stadtmitte, die Wimpel mit den tamarischen Fahne und der Kirberger Tatze waren noch nicht abgehangen worden. Er ging in Richtung Stadtmitte zum Tempel, der Komplex war deutlich zu erkennen. Das GebĂ€ude hatte die Form eine BĂ€rentatze. Er begab sich in das Innere. Mittig im Raum stand eine riesige Statue eines BĂ€ren. Gefletschte ZĂ€hne und mit wĂŒtenden Blick. Jade hörte aus einem der NachbarrĂ€ume noch den Abschlußsatz eines Ritualmeisters: „Mach nit das mir uns widersehen!
Die EinfĂŒhrung eines Reisenden hatte wohl stattgefunden. Er kniete sich vor der Figur hin. Der Tempel war der einzige Ort, wo ein BĂ€renkrieger freiwillig kniete.
 â€žSag mir BĂ€r, was soll die Scheiße mit Fendor?
Einem außenstehenden wĂ€re diese Ansprache wahrscheinlich wie GotteslĂ€sterung vorgekommen, doch der BĂ€renclan hatte ein pragmatisches VerhĂ€ltnis zu seiner Gottheit. Somit schĂ€tze jeder Krieger, dass er sich nicht mit beten und Ritualen aufhalten musste. Der Glaube zĂ€hlte und nicht irgendwelche Anbetungsformeln.
 â€žSag, was sollen wir den jetzt mit Fendor anfangen? Erst offenbarst du dich ihm und dann dieser Blödsinn! Krieger sterben und Fendor kann ich nicht mehr vollstĂ€ndig trauen, das ... ist... nicht sehr hilfreich. Das Standbild schaute Jadawin immer noch wĂŒtend an, gab jedoch keine Antwort. Jade hatte es auch nicht wirklich erwartet. Der alte Krieger stand wieder auf und begab sich in einen der NebenrĂ€ume. Es war die Totenhalle. Kleine Daumengrosse Holztafeln hingen verteilt im Raum, jede mit einem Namen und einer Jahreszahl beschriftet. Jade nahm sich eine von der Wand, drehte sie um, ein gefaltetes Papier war drangeheftet. Er nahm es uns las: „ Tolak, .......................

Er setzte sich an die Seite des Raumes, hier war Ruhe, eine Ruhe die er dringend brauchte um nach- zudenken. Die Draks griffen nun wieder an und der Reichsrat war sich nicht einig. Schwierige Zeiten fĂŒr das Land. Schwierige Zeiten fĂŒr den BĂ€renclan. Die Ruhe wurde unterbrochen, zwei Stimmen unter- hielten ich erregt  im Vorraum. Die erste war der Ritualmeister, mehr oder minder ein Hohepriester dieses Tempels, die zweite Stimme erkannte Jade nicht auf anhieb.
Ich bin gegen diese Adoption, das Blut des Clans wird verwÀssert! Sprich dich dagegen aus, Ritualmeister!
„ Ranik, du weißt, ich stimme dir zu, aber die Ritualien sprechen eindeutig, dass es geht und eine Forderung wird schwierig. Dieser Kassel oder wie auch immer, hat dem Clan gut gedient, er hat viele Freunde gewonnen. Willst du gegen Sie alle antreten?
Jadawin spitze die Ohren, dass Ranik zu den sogenannten „BeschĂŒtzern gehörte wusste er noch gar nicht. Diese Gruppierung war in den letzten Jahren in Kirberg entstanden, sie verstanden sich als wahre Krieger und wollten mit Politik wenig zu Tun haben, doch auch unter ihnen gab es wieder Untergruppierungen mit den verschiedensten Meinungen. Ranik hatte sich anscheinend auf eine sehr schlechte Seite ziehen lassen. Jene die sich ĂŒber die anderen stellten, aufgrund Ihrer Geburt. Ranik redete weiter.
„ Er ist ein Fremder, kommt noch nicht mal aus Tamar, er hat hier nichts zu suchen.
 Jade wĂŒnschte sich, Ranik mal unter vier Augen zu sprechen, doch die Informationen die er jetzt bekam waren wichtiger.
 â€ž Ranik, ich sage es dir noch einmal, Adoption ist möglich und er hat ein sehr großes EhrgefĂŒhl. Geh jetzt, ich habe noch Dinge vorzubereiten. Ranik ging schnaubend fort.

Der Hohepriester begab sich zur Totenhalle. Er steuerte auf die Gussform in der Mitte des Raumes und intonierte ein Gebet.
„Marba, du solltest beten, dass Ranik®s Meinung sich nicht weiterbreitet
 Der Angesprochene zuckte zusammen, wendete sich zur Stimme und blinzelte bis er Jadawin im Dunklen erkannte.
Jade! Die Rassisten werden immer mehr, gerade unter den jungen Kriegern, es wird leider immer schlimmer. Wustes du, dass sie dich bewundern? In Kirberg geboren und du sahst BĂ€r, Die Stimme wurde ehrfurchtsvoll.
Jade raunzte „ Ich sah, auch noch mehr, sterbende Frauen und Kinder, sterbende Freunde, ein Schlachtfeld ist selten ein schöner Anblick!
 Mit einem ungewöhnlichen Befehlston sprach Jade weiter.
Gib mir eine Liste der Namen,  die so eine Scheiße wie Ranik erzĂ€hlen. Ich will Sie im Auge behalten. Der Ritualmeister nickte zustimmend. Jade stand auf und verließ den Raum, kurz wendete er noch seinen Kopf. „ Und Marba, sei vorsichtig du gehst auf dĂŒnnem Eis!

Aus dem GebĂ€ude raus, steuerte er auf eine Taverne. Er betrat die Raum. Koderon war schon da und brĂŒllte: „ GeisterbĂ€r!!! So geht das!! Und nun die Beute! Er sah Jade. „Alter Mann!! zu den anderen gewandt: Nun jetzt habe ich euch gezeigt wie es geht, ĂŒbt noch ein bisschen, dann dĂŒrft ihr es auch mit mir wieder aufnehmen. Damit stand er auf und legte drei WĂŒrfel beiseite.
 â€žJade, was fĂŒr ein Spaß, der Haufen hasst dich wirklich, hörte Stimmen wie: unfair gekĂ€mpft und so was. „Sie werden es lernen, dass es selten fair zugeht im Leben, aber lass uns erst mal setzten. Schankmaid..... Diese kam schon mit einem Krug auf Jade zu, lĂ€chelte ihn an Ich weiß, ich weiß du hĂ€st doosch. Hier!
Beide setzen sich an einen Tisch. „Hab von dem Anschlag auf dich gehört! „Davon spĂ€ter, ich will mit dir ĂŒber eine andere Sache reden. Tu mir einen Gefallen, achte auf Fendor. Koderon atmete kurz durch „ Du traust ihm nicht? „Er ist immer noch BĂ€renclanner ohne Frage, aber jemand der sich ein halbes Jahr im Astralraum tummelt und mit seinem Zeichen. Nein, derzeit traue ich ihm nicht. Pass auf Fendor auf, ich will Bescheid wissen, wenn es wieder ungewöhnlich mit ihm wird. Koderon hatte von der ersten Begegnung der beiden gehört. Jade war nicht wirklich gut auf Fendor zu sprechen. „ Jade, alter Freund, er war bei BĂ€r, du solltest glĂŒcklich sein. JadeÂŽs Augen funkelten böse. Wir wĂ€ren beinah in Keshiki draufgegangen, Kilic starb dort, Thorwick starb dort, danach der Ärger mit dem Litsch. Nein.. die PlĂ€ne von BĂ€r hin, die PlĂ€ne von BĂ€r her. Es sind viele gestorben, wir hĂ€tten Hilfe gebraucht. Bis ich nicht weiß, ob Fendor dass nun wert ist, werde ich ihm nicht trauen.! Koderon nickte, es war offensichtlich das der Alte sich nicht von seiner Meinung abringen ließe. „ Nun gut, ich werde aufpassen und sehen wie er nun ist.!

Ein weiterer Krieger betrat den Raum. Koderon sah ihn.
 â€ž Fortan! Gesell dich zu uns, mal wieder Hunger? Der junge Krieger lĂ€chelte verschmitzt, er schien immer noch im Wachstum zu sein. Sein Essgewohnheiten bzw. die Mengen die er verschlug waren mittlerweile legendĂ€r.
„ Kann ich was dafĂŒr, dass es ĂŒberall nur kleine Portionen gibt? Er setzte sich zu den zweien.
 â€žHabÂŽ gerade Domaris gesehen, versuchte Kiro zu erklĂ€ren, dass er nicht jede unverheiratete Frau, die ihm gefiel, auch direkt auf die Matte kriegt, hörte noch Kiro sagen, dabei amte er KiroÂŽs Stimme nach. „ Aber das macht doch Spaß! Alle drei lachten. So wurde es ein feucht fröhlicher Abend, es wurden noch tamarische Schanklieder gesungen. SpĂ€ter sehr viel spĂ€ter, verließen alle drei leicht taumelnd die Taverne.
Jade war ziemlich zufrieden, eigentlich war es ein sehr gelungener Tag geworden.

                                                       Ende

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