Geschichten vom BĂ€renclan

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Geschichten des BĂ€renclans




Reisender du besuchst das schöne Land Tamar und erblickst die stolzen Krieger des BÀrenclans? Setz dich an unser Lager und höre nun die Geschichte von Deondar und dem Dorf Kirberg und wie alles begann:

Deondar versteckte sich im Unterholz und saß ganz schön in der Patsche. Sie war trotz des Verbotes Ihres Vormundes, alleine durch die WĂ€lder von Kirberg gelaufen. Nun hockte sie im Gehölz und versteckte sich vor einer Gruppe Draks. Draks, echsenartige Wesen des dunklen Reiches, die sich jetzt schon seit etlichen  Jahren im Krieg mit Tamar befanden. Ihr Zorn loderte auf; wieder waren diese Wesen ein StĂŒck weitergekommen. Konnten sie nicht einfach an den Grenzen der Schattenlande bleiben? Statt dessen gewannen Sie Landstrich um Landstrich dazu , ermordeten  alle MĂ€nner und vergewaltigten die Frauen. Sie mute das Dorf warnen. Aber ĂŒberall waren diese verfluchten Echsen.

Sie ĂŒberlegte, wieviel sie wohl töten  könne, sobald sie entdeckt wĂŒrde. Dies war eine ganz normale Überlegung fĂŒr eine 14 -jĂ€hrige Tamarerin. Sie wusste um ihre Kampfkraft, kam jedoch zu dem traurigen Schluss, dass sie mal gerade einen erwischen wĂŒrde. Onkel Sedanie hatte im Kampftraining allen immer und immer wieder eingeschĂ€rft: „Drei Draks fĂŒr einen Tamarer.
Drei fĂŒr einen, das war das VerhĂ€ltnis der Kriegsparteien und das war der Grund warum Tamar fallen wĂŒrde. Ihre Waffenkontrolle verlief positiver: ein Messer, ein Dolch und das Schwert. WĂ€hrend Sie weiterĂŒberlegte, was zu Tun sei, entdeckte Sie den Echsenmagier. Das sah gar nicht gut aus, andererseits auch ein Schamane stirbt durchs Schwert. Bei einem toten Magier wĂŒrden die Draks vielleicht hilflos durch die Gegend irren. Die Wesen waren irgendwie mit dem Magier verbunden und ohne diese Bindung waren sie manchmal orientierungslos. Zu mindestens fĂŒr einen sehr kurzen Zeitraum. Deondar erinnerte sich an das Gelernte. Töte einen Echsenmagier und du hast erstmal Ruhe, um dich auf den Rest zu stĂŒrzen. Langsam und sehr vorsichtig zog sie ihr Messer und den Dolch. Jetzt hieß es warten, der Drakmagier kam bestimmt irgendwann in ihre Reichweite. TatsĂ€chlich gingen die Wesen auf das Gehölz zu und standen in der NĂ€he. Unerwartet sprach einer auf tamarisch: Ich rieche Menssssssss !!!

Das war Deondar`s Zeichen! Sie sprang aus ihrem Versteck auf und stĂŒrzte in den nĂ€chsten Drak hinein. Der Dolch glitt in eine ungeschĂŒtzte Stelle  des Gegners, dieser sackte sofort in sich zusammen. In einer Bewegung zog sie die Waffe aus dem Körper heraus und erwischte die Kehle des zweiten Draks. Ein Schwall grĂŒnes Blut sprudelte ihr entgegen.

Der Drakmagier griff jetzt an, sein Pech, dass er das Messer in der Linken  nicht sah. Deondar drehte sich um und mit voller Wucht durchstiess sie seine Panzerung. Beide krachten auf den Boden. Ihr Messer musste an seine Kehle, aber eine Klauenhand griff eisern zu. Ehe sie wusste was geschah, flog sie auch schon ĂŒber das Wesen hinweg und landete hart auf dem RĂŒcken. Sie sprang sofort auf, zog das Kurzschwert und stĂŒrzte erneut auf den verletzten Gegner. Etwas hartes und kaltes glitt ihr durch die Schulter und sie wurde zu Boden gedrĂŒckt. Auf den Knien sah sie eine geriffelte Klinge aus ihrer Schulter kommen. Tod!!!!!!! Mensssssssssss!! zischelte etwas von hinten. Der auf dem Waldboden liegende Schamane brĂŒllte plötzlich und es klang wie ein Befehl. Die Reptilienaugen wandten sich Richtung Deondar. Mensss, dein Blut! Mein Leben! Der Magier fing einen merkwĂŒrdigen Singsang an und seine Stimme wurde immer lauter. Dann richtete er seine Hand auf das MĂ€dchen, ein rötlicher Rauch wanderte auf die junge Kirbergerin zu. Sie wandt sich, doch der Drak hinter ihr drĂŒckte sie mit seinem Schwert schmerzhaft runter. „Das wars! dachte Deondar und schloss mit ihrem kurzen Leben ab. Kein guter Tag zum Sterben.
Langsam krĂ€uselten sich die Schwaden um ihren Körper und wanderten zu ihrer Nase. GrĂ€sslicher Schmerz breitete sich in den Lungen aus. Es zerriss ihre Lungen, als sie keuchend blauen Rauch ausatmete. Dieser schwebte auf den Drak zu, gefangen in dem Zauber und besinnungslos vor Schmerz, wich ihr Leben aus ihr raus. Der blaue Dunst kroch ĂŒber den Boden, stoppte kurz bei einem ErdhĂŒgel und bewegte sich weiter. Schlagartig wuchs der Erdhaufen und der Rauch wanderte mit ihm. Immer schneller wurde der HĂŒgel grösser und formte sich zu einer Gestalt, diese Gestalt nahm wiederum die Form einer Frau an. Eine zornige Stimme erscholl:

„Genug! Zu viele meiner Kinder sind Tod! „

Das war das letzte was Deondar vernahm.

Mit einem ziemlichen Dröhnen im Kopf , kam Deondar wieder zu sich. Sie sprang sofort auf um die Draks zu töten, doch weder Ihr Schwert noch irgendwelche lebenden Echsen waren zu sehen.

Nackt stand sie inmitten des Waldes und um sie herum lagen nur zerfetzte und zerrissene Leiber. Sie waren  in Stein verwandelt, doch einzelne Körperteile konnte man  verstreut deutlich erkennen. VerblĂŒfft am Leben zu sein,  und  einen sehr brutalen Freund gefunden zu haben, suchte Deondar erst einmal ihre Kleider. Auch diese war völlig zerrissen und sie konnte sie nur mit MĂŒhe befestigen.

Sie fand ihr Messer und ihren Dolch, der nun in einem Stein steckte. Der Kopf des Schamanen lag ein gutes StĂŒck von dem Körper entfernt, Deondar zog den Dolch heraus und der Stein zerbröselte. Jetzt hieß es schnell nach Hause zu kommen, das Dorf zu warnen und Onkel Sedani und Tante Marya zu erklĂ€ren, wie sie in diese mißliche Lage gekommen war. Irgendwie wĂŒnschte sie sich, lieber noch einmal mit den Draks zu kĂ€mpfen. 

WĂ€hrend sie nach Hause lief, ĂŒberlegte Deondar, dass es besser wĂ€re, erst mal ums Haus zu schleichen und die Kleidung zu wechseln, danach konnte sie immer noch das Dorf warnen. Aber sie verwarf den Gedanken sofort wieder. Das Dorf mußte gewarnt sein, falls noch mehr Drakhorden in der Gegend waren!!
So stĂŒrzte das MĂ€dchen in das Dorf, direkt auf ihren Onkel zu. Die Menge um sie herum wurde immer grĂ¶ĂŸer, als sie atemlos und manchmal unzusammenhĂ€ngend erzĂ€hlte was passiert war. Onkel Sedani sah sie mit funkelnden Augen an und als Deondar endete, schoß seine Hand vor und gab ihr eine krĂ€ftige Ohrfeige.!
„Keine LĂŒgengeschichten , Göre! Das ist wohl die lĂ€cherlichste Ausrede, die ich je  gehört habe, Ausreißerin!!
„Wirklich Onkel! Dieses Wesen... stammelte Deondar. Dann erblickte sie die Holzschnitzerei  in der Mitte des Dorfplatzes.„Sie. Sie war es!
EhrfĂŒrchtiges Gemurmel machte sich nun in der Menge breit.„ Gaia – Sie hat ihr geholfen!!
„Bei meiner Ehre, Onkel. Ich habe Euch noch nie belogen!
Sedani musterte das MĂ€dchen, er wußte wie Kampfspuren aussahen und das Deondar selbst, ihre Kleidung nicht so hĂ€tte zerreißen können.
„Nun gut brummte er, „Die Ohrfeige war fĂŒrs ausreißen. Und jetzt geh` und zieh dich um. Wir werden alles mit den Alten besprechen.

Als Deondar sich umgezogen hatte, gingen sie zum Haus des DorfĂ€ltesten. Hier wurden alle Beratungen abgehalten und alle BeschlĂŒsse gefaßt.Als sie das Haus betraten, waren schon viele der Krieger anwesend. Die Geschichte hatte sich schnell herumgesprochen! Sedani hatte seinen Umhang angezogen, der ihn als Waffenmeister des Dorfes auszeichnete.Alle im Haus saßen in einem Kreis und als die beiden auf die Versammlung  zugingen standen zwei Personen auf.

Die erste rief zu dem Waffenmeister:„Wer ?
„Sedani und sein MĂŒndel Deondar
„ Wat is ? ?

„ Wat mir wisse is jut fĂŒr et Dörp, wat fĂŒr et Dörp jut is is jut fĂŒr uns
Der zweite Krieger nickte und verkĂŒndete:
„ Dat hĂ€t hĂ€ jot jesach!
Beginne, junge Ausreißerin, mit Deiner Geschichte.
Deondar erzĂ€hlte nun alles und  ließ kein Detail  aus. Als sie ihre Überlegungen berichtete, dass es ihr wohl nicht möglich war, drei Draks niederzustechen , gab es zustimmendes Gemurmel und einige nickten Sedani anerkennend zu. Er hatte eine gute SchĂŒlerin. Schließlich kam Deondar zum Ende, das Einzige was sie verschwieg , dass sie nackt aufgewacht war. Das war ihr  wirklich peinlich!!

Als letztes wÀhlte sie die Worte, die ihr Vormund, kurz vor dem Eintreten noch gesagt hatte:
„ Su wor et un wohr is et !
Alle Anwesenden nickten und  Deondar wurde angezeigt sich zu setzen. Einer der Versammelten stand auf:

„Junge Ausreißerin, woher wissen wir, dass Du gegen einen Baum gelaufen bist und das alles nur getrĂ€umt hast!
Etwas verblĂŒfft, das die Frage direkt an sie gerichtet war, wollte Deondar gerade antworten, als ihr Onkel aufstand. Sein Hals nahm langsam die FĂ€rbung seiner Haare an, als er leicht gepreßt sagte:
„Tondur, willst Du mein MĂŒndel der LĂŒge bezichtigen ? Do is ne Kreis, nur mer zwai !
Der DorfĂ€lteste ging dazwischen. „ Wir haben schon SchĂ€l`s  zu der Stelle geschickt. Insoweit spricht das MĂ€dchen die Wahrheit. Es waren mindestens zwanzig Draks!
Ein stöhnen ging durch die Reihen. An Sedani gerichtet sagte er: „ Fuss, spar Dir Deinen Zorn fĂŒr Deine Gegner auf, und Du Tondur, sei vorsichtig mit Deinen Worten!

Lange wurde diskutiert, bis der Älteste aufstand und in die Runde sprach: „ Göttliche Hilfe scheint unsererem  junge Brölles beigestanden zu haben. Beten wir zu Gaia , dass unser Volk ebenfalls ihren Schutz genießt. Die SchĂ€l`s haben ein großes aktives Tor gesichtet und stehen dort Wache. Wir werden sie erwarten, sagt allen Bescheid.                                                                                                    

Alle die kĂ€mpfen konnten, trafen sich auf dem Dorfplatz.Deondar`s  Onkel war damit beschĂ€ftigt,  die MĂ€nner in Gruppen einzuteilen und Waffen und RĂŒstungen zu kontrollieren.

Sie sah sich um und beobachtete die Krieger. Wieder wĂŒrden sie die Draks aufhalten  und wieder wĂŒrden sie weniger werden und wieder wĂŒrden die Toten betrauert werden. Fast abwesend ging sie auf die Statue von Gaia zu und kniete sich davor. „ Hilf uns, bitte hilf uns dachte sie. WĂ€hrend sie dort kniete, kamen immer mehr aus dem Dorf und schlossen sich ihr an. Jeder schien eine stumme Bitte an Gaia zu richten. Schließlich kam der DorfĂ€lteste auf den Platz. Er fĂŒhlte was die Menschen bewegte und sprach es fĂŒr sie aus:
„Gaia hilf uns, wir sind bald am Ende, niemand wird ĂŒberleben, niemand wird unsere Geschichten an den Lagern erzĂ€hlen, niemand wird sich an uns erinnern! Bitte hilf uns!

Deondar sah auf die Statue, trĂ€umte sie oder waren die Augen lebendig? Nein sie trĂ€umte nicht, die Figur verwandelte sich!Die Dorfbewohner sprangen zurĂŒck. Vor ihren Augen entstand ein riesiger BÄR !Eine dunkle Stimme dröhnte in den Köpfen, der Menschen:

„Wahr gesprochen!  Ihr seid mein Volk!   Ihr steht unter meinem Schutz! Dies ist mein Land!
Der BĂ€r drehte seinen Kopf. „ – Sedani , - Tondur -, Raik  , - Geron -, tretet vor! Der BĂ€r fletschte die ZĂ€hne – „ Auch Du Deondar, komm zu mir
Alle Aufgerufenen gingen durch die Menge auf die riesige Gestalt zu und stellten sich nebeneinander auf.

„ Ihr seid mein Volk, ihr seid meine Kinder und nun seid ihr „BÄR !

Die Tatze des BĂ€ren streifte plötzlich alle, die vorgetreten waren. Deondar spĂŒrte ein starkes Brennen auf ihrer Brust. Kraft, Mut und Zuversicht loderte in ihr auf.

 Heute wĂŒrde niemand sterben. Heute wĂŒrde niemand betrauert werden !

                                                                     Ende

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